Jahrgang 10 besucht Krakau

Schon früh im Schuljahr traten wir unsere Abschlussfahrt des Jahrgangs 10 an. Ziel war in diesem Jahr eine der schönsten polnischen Städte, Krakau. Los ging es am 01.09. zu nachtschlafender Zeit vom Busbahnhof des Schulzentrums. Leider fielen noch kurzerhand 2 Schüler aus und konnten die Fahrt nicht antreten. Ohne Zwischenfälle (abgesehen vom Verlust eines Portemonnaies an der deutsch-polnischen Grenze) erreichten wir gegen Mittag unser Hostel Jaczek, welches nur 15 Minuten vom Stadtzentrum entfernt war.

Nachdem die Doppel- oder Dreibettzimmer belegt waren, ging es schon los auf Stadterkundung. Abends wurde das Programm des nächsten Tages verkündet, was nicht zu Begeisterungsstürmen verleitete: Es sollte schon um 6.00 Uhr in der Frühe zum Konzentrationslager Auschwitz losgehen. Pünktlich um 6.00 Uhr verließ der Bus Krakau und wir erreichten das Stammlager gegen 7.30 Uhr. Dort wurden wir in 3 Gruppen eingeteilt, erhielten Headsets und die zweieinhalbstündige Führung begann. Hier im Stammlager waren zwischen 12 000 und 20 000 Häftlinge untergebracht.

Die Reiseführer gingen mit uns durch mehrere Gebäude, in denen sich Gegenstände und Besitztümer der Deportierten befanden, z.B. Schuhe, Koffer, Prothesen, Brillen und 2 Tonnen Haare, die man den Häftlingen abschnitt. Bedrückend waren die Fotos (vor allem die heimlich von SS-Angehörigen aufgenommen 200 Fotos von ungarischen Juden im Jahr 1944). Die vielen Originaldokumente der Lagerverwaltung machten uns sprachlos.

Nach einer kurzen Busfahrt besuchten wir den größten Teil des Lagers, das  Lager Auschwitz-Birkenau. Hier wurden im Jahre 1944 unter unvorstellbaren Bedingungen 90 000 Häftlinge festgehalten. In Birkenau entstand die größte Massenvernichtungsanlage Europas. Hier ermordeten die Nazis unvorstellbare 1,1 Millionen Menschen, auch in Gaskammern.

Zurück in Krakau konnte man dann bei besserem Wetter wieder die Stadt erkunden. Am Mittwochmorgen erfolgte dann die Stadtführung. Wir erfuhren viel über diese gut erhaltene mittelalterliche Stadt, die im 2. Weltkrieg nicht zerstört wurde. Der Marktplatz, der Wawel (Stadtfestung) und die Marienkirche waren besonders eindrucksvoll.

Am Donnerstag gab es dann Stadtführung Teil 2, dabei ging es in das jüdische Viertel Kazimierz. Hier in diesem Viertel mussten die Juden wohnen, die aus Krakau vertrieben wurden. Hier befand sich auch die Fabrik von Oskar Schindler, und auch Szenen aus dem Film „Schindlers Liste“ wurden hier gedreht. Nach der anstrengenden Führung bei sommerlichen Temperaturen hatten wir noch Zeit für letzte Erkundungen und Einkäufe. 

Am Freitagmorgen hieß es dann schon wieder Einsteigen in den Bus, und um 08.30 Uhr verließen wir Krakau. Nach einer Fahrt ohne besondere Vorkommnisse (außer der Wiederbeschaffung des Portemonnaies an der Grenze) kamen wir um 21.45 Uhr in Bruchhausen-Vilsen wohlbehalten an.

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